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 Repression & Prävention

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Dirk Hetzel
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BeitragVerfasst am: 27.07.2007, 17:34    Repression & Prävention Antworten mit ZitatNach oben

Liebe Besucherinnen und Besucher,

unten findet Ihr die Resolution des 120. bundesweiten Positiventreffens, die sich mit dem Themenkomplex "Repression/Strafandrohung und Prävention" auseinandersetzt. Danach findet Ihr die Stellungnahme der DAH dazu.
Da uns das Thema "Repression/Strafandrohung und Prävention" auch im Rahmen der Vorbereitung zur Konferenz beschäftigt, würde die Vorbereitungsgruppe sich sehr freuen, Eure Kommentare und Gedanken zu diesem Thema zu lesen.

Vielen Dank und liebe Grüße

Dirk Hetzel

Resolution des 120. bundesweiten Positiventreffens im Waldschlösschen bei Göttingen

HIV/Aids: Repressive Maßnahmen behindern die Prävention.
Die laufende Debatte über die Bewertung der HIV-Neudiagnosen und bessere Strategien, die Zahl der Neuinfektionen möglichst gering zu halten, ist mitgeprägt von Missverständnissen, Aufgeregtheiten und strafrechtlichen Bedrohungsszenarien.
Menschen mit HIV und Aids fordern, zu einer an Fakten und wissenschaftlichen

Erkenntnissen orientierten, seriösen Debatte zurückzukehren!
Das Robert-Koch-Institut stellt fest, dass die Zahl der neu diagnostizierten HIV-Infektionen in der BRD im internationalen Vergleich weiterhin äußerst niedrig ist. Das deutliche Nein zu einer repressiven Seuchenstrategie ist also in Deutschland erfolgreich.
Durch Forschung und Erfolge der Medizin wissen wir heute, dass HIV sich schon unbehandelt schwer überträgt und bei erfolgreicher Behandlung die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung wohl auszuschließen ist. Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit ordnet deshalb den ungeschützten Geschlechtsverkehr eines erfolgreich Therapierten in dieselbe
Risikokategorie ein wie Zungenküsse - weltweit ist kein einziger Fall einer Übertragung bekannt.
Repressive Maßnahmen behindern die Prävention.
Die internationale Forschung und die WHO gehen davon aus, dass Strafrecht im Bereich einvernehmlicher Sexualität schädlich für die Prävention ist.
Aus der Forschung ist gesichert, dass ein nennenswerter Teil der Infizierten (es werden etwa 50% geschätzt) um ihre Infektion nicht weiß. Das Wissen um eine HIV-Infektion kann in Deutschland strafrechtliche Folgen haben, und zwar unabhängig davon ob Sexualpartner infiziert wurden oder werden konnten.
Der möglicherweise hochinfektiöse HIV-Infizierte, der nicht von seiner Infektion weiß und sich für „negativ“ hält, ist beim Sex rechtlich auf der sicheren Seite.
Der wissende, gut behandelte und damit wahrscheinlich nicht mehr infektiöse Positive läuft dagegen Gefahr, wegen „versuchter gefährlicher Körperverletzung“ vor dem Richter zu landen.
Diese absurden rechtlichen Konsequenzen können die Entscheidung zum Test beeinflussen, und dadurch HIV-infizierte Menschen von einer wirksamen Therapie fernhalten.
Es besteht außerdem ein deutliches Missverhältnis zwischen dem Aufwand, der einerseits betrieben wird, theoretische Restrisiken (z.B. angebliche Gefährlichkeit des sog. Lusttropfens) öffentlich hochzuhalten, und andererseits der unzureichenden tatsächlichen Bereitschaft, real
etwas gegen leicht vermeidbare HIV Infektionen zu tun.
Spritzentausch in den Vollzugsanstalten zu verweigern und gleichzeitig die Strafbarkeit der Übertragung von Erkrankungen zu fordern ist ethisch nicht nachvollziehbar.
Es ist unethisch, durch die Diskussion den falschen Eindruck zu verstärken, die wissenden HIV-Infizierten seien der Motor der Epidemie, statt durch das öffentliche Ansprechen auch entlastender Faktoren (wie der Bedeutung der Viruslast) die Kommunikation über HIV im
sexuellen Umgang zu erleichtern.

Die Ärzteschaft, das Robert-Koch-Institut, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und die Aids-Hilfen sind gefordert, sich - orientiert am Beispiel der Schweiz - öffentlich zu Risikoeinschätzungen und Risikominimierungsstrategien zu äußern. Die Medien, auch die
schwulen, sind gefordert, nicht den dumpfen Bestrafungswünschen und -fantasien nachzugeben.
Grundlage von Aufklärung und seriösem Journalismus - wie auch von qualifizierten Gerichtsentscheidungen - sollten wissenschaftliche Erkenntnisse und Einschätzungen der maßgeblichen Institutionen sein, z.B. des bundeseigenen Robert-Koch-Instituts.
Es ist nicht hinnehmbar, dass in dem unterstützenswerten Bestreben, Kondome an den Mann zu bringen, die von ihrer Infektion wissenden Positiven gegen alle epidemiologischen Erkenntnisse als Bedrohungspotential funktionalisiert werden.
Nicht hinnehmbar ist auch, dass immer wieder die Aufkündigung des Solidarsystems in den Raum gestellt wird.
Wir fordern Politikerinnen und Politiker in Bund und Ländern, Akteurinnen und Akteure in Wissenschaft, Justiz, Medien und der queer communities auf, den Dialog mit uns zu führen, anstatt über uns zu reden.
Wir werden die Debatte nicht stumm verfolgen. Wir wollen uns als HIV-positive und an Aids erkrankte Menschen einbringen und unsere Interessen selbstbewusst artikulieren.
Statt Repression und Hysterie fordern wir die Rückkehr zur Sachlichkeit.

(Verabschiedet am 20.Juni 2007 von den Teilnehmer/innen des 120. bundesweiten Positiventreffens im Waldschlösschen bei Göttingen)


STELLUNGNAHME
Dirk Hetzel, Referent für Menschen mit HIV und Aids, DAH
Dr. Dirk Sander, Referent MSM-Kampagnenplanung, DAH

Repression ist kein geeignetes Mittel der Prävention

Aus fachlicher Sicht unterstützen wir die Auffassung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 120. Bundesweiten Positiventreffens, die am 20. Juni 2007 eine Resolution zum Thema „HIV/Aids: Repressive Maßnahmen behindern die Prävention“ verabschiedet haben.

Die DAH setzt auf einen emanzipatorischen Präventionsansatz, der in den vergangenen 25 Jahren im internationalen Vergleich sehr erfolgreich war. „In Ihrer Präventionsarbeit verbindet die DAH den Appell an die Sorge für sich selbst mit einem Appell an die Sorge um den anderen. Mit Maßnahmen zur Verbesserung der Kommunikations- und Konfliktlösungskompetenz, des so genannten Empower-ments, will sie die Menschen darin stärken, sich und andere schützen zu können.“ (Aktionsplan zur Umsetzung der HIV/AIDS-Bekämpfungsstrategie der Bundesregierung, S. 17; 2007.)

Wir teilen die Auffassung, dass bei der strafrechtlichen Beurteilung bei ungeschützten Sexualkontakt zwischen HIV diskordanten Konstellationen, die Erkenntnisse aus der Alltagspraxis berücksichtigt werden müssen. Dazu zählt u.a. die durch Mediziner und Wissenschaftler vertretenen und auch an ihre Patienten kommunizierte Auffassung, dass eine niedrige Viruslast „das Infektionsrisiko entscheidend vermindert.“ (Dr. Schmied, Vizepräsidentin Deutsch-Österreichischer AIDS-Kongress, www.aerztezeitung.de, 2007)

Jedoch können wir nicht verschweigen, dass wir uns auch in einem Dilemma befinden: So sehr die Erfahrung, einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Viruslast und Infektiösität nahe legt, so sehr mangelt es nach wie vor an wissenschaftlich fundierten Ergebnissen, die alle möglichen Infektionswe-ge berücksichtigen. Da das Thema aktueller denn je ist, kann jedoch davon ausgegangen werden, dass wir kurz- bis mittelfristig belastbares Zahlenmaterial zu dieser Fragestellung haben werden.

Es darf jedoch unter präventiven Gesichtspunkten kein Zweifel daran aufkommen, dass die Berück-sichtigung der Viruslast im Blut ein Aspekt – neben anderen – eines individuell verantwortungsvollen Risikomanagements darstellen kann. Dies zu negieren, würde bedeuten, das Anliegen einer gesundheitsfördernden Präventionsarbeit bei den Hauptzielgruppen unglaubwürdig erscheinen zu lassen.

Unter Berücksichtigung der oben skizzierten Entwicklung, sprechen weitere Argumente gegen repres-sive Maßnahmen. So meint beispielsweise Prof. Dr. Rolf Rosenbrock: „Mit repressiven und in ihrer (gesundheitlichen) Wirksamkeit bestenfalls nicht belegten Instrumenten wird im Kern keine Politik zur Minimierung der Anzahl der Neuinfektionen, sondern zur Diskriminierung von Minderheiten, konkret von Schwulen, Fixern und Ausländern betrieben“ (Bundesgesundheitsblatt 2007: 433). „Ausgrenzung und Diskriminierung verhindern (jedoch, Anm. Verf.) Prävention im Sinne einer verantwortungsvollen Eigen- und Fremdfürsorge.“ (siehe Aktionsplan der Bundesregierung, S. 26)

Ferner ist zu befürchten, dass allein die Debatte über repressive Maßnahmen, zu einem rückläufigen Testverhalten führen kann, was aus sekundärpräventiven Gesichtspunkten nicht wünschenswert ist. Eine erste rückläufige Tendenz des Testverhaltens macht das RKI bereits für das 2. Halbjahr 2006 aus (vgl. Epidemiologisches Bulletin, RKI)

Aus diesen Gründen vertritt die DAH die Auffassung: Repression ist kein geeignetes Mittel der Prävention.

Dirk Hetzel
Dr. Dirk Sander

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Dennis
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Anmeldungsdatum: 20.06.2006
Beiträge: 27


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BeitragVerfasst am: 28.07.2007, 13:35    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Bzgl dem Ruf nach repressiven Maßnahmen darf man sich nicht wundern. Auch wenn jetzt der Aufschrei kommen wird - das Verhalten vieler Schwulen bzgl Ihrer Einstellung zu Bareback läßt zu wünschen übrig.

Hier ein Beispiel von vielen . . . .

[img] http://thumbp1.mail.ukl.yahoo.com/tn?sid=769341519&mid=ADSxktkAARkURpzGwwykpDxQHVg&partid=2&f=263&fid=Inbox[/img]



[img] http://thumbp1.mail.ukl.yahoo.com/tn?sid=769341519&mid=ABCwktkAAH0ORqsETww0gn6K7hI&partid=2&f=263&fid=Inbox[/img]


Dazu kommt des der Ruf auf europäischer Ebene immer lauter wird. Die neuen Mitgliedsstaaten tragen dazu nicht unwesentlich in ihrer Ablehnenden Haltung gegen HIV das als als Ausdruck einer abnormalen Sexualität verstanden wird nicht unerheblich dazu bei.

http://ec.europa.eu/health/ph_publication/eb_aids_de.pdf

Insofern sind diese Forderung nur die Reaktion auf eine Aktion (Bedrohung die durchaus als solche und zu recht emfpunden wird - wenn auch irreal)) die durchaus real ist. Der einzigste Weg ist das Ändern des Verhaltens. Dazu bedarf es mehr als eine Ablehnung in Form eines Aufrufes. Hier liegt das Problem - wie kann ich Menschen erreichen - mit welchen Konzepten kann ich eine Verhaltensänderung initiieren und auf welchen Weg sind diese zu kommunizieren.

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Dirk Hetzel
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BeitragVerfasst am: 28.07.2007, 19:48    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Hallo Dennis,

danke für Dein Beispiel. Sicher, es gibt bestimmt Menschen, die - aus welchen Gründen auch immer - sich nicht schützen können, wollen oder gar brauchen. Aber glaubst Du, dass dem "Jungen", mit dem Du da gechattet hast, mit Strafandrohung geholfen wird? Ich denke, wir sind uns einig, dass dies das Problem nicht lösen würde...
Liebe Grüße
Dirk

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Dennis
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Anmeldungsdatum: 20.06.2006
Beiträge: 27


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BeitragVerfasst am: 29.07.2007, 11:46    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Hallo Dirk

natürlich nicht - wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist dann kann man das in den Brunnen gefallen sein ja nicht mehr verhindern. Und die lösungen damit man nicht in den brunnen fällt halte ich auch für überzogen. das steht außer frage.

was mich stört das u.a. barebacking in der schwulenscene teilweise verharmlost bzw mit den absurdesten rechtfertigungen relativiert wird wird. und wenn reaktionen erfolgen dann nur in der art wie du sie formuliert hast. man beschwert sich über die reaktionen anstatt selbst bei sich mit einer aktion - i.e. aktiv zu werden. und es fehlt der blick übder den tellerand. alle dahingehenden bemühungen das hiv + von der gesellschaft menschlich behandelt und nicht mehr stigmatisiert und ausgegrenzt werden, wird durch verhalten bzw nicht reflektierens der ureigenen pers situation zunichte gemacht. es fehlt die reflektion hinsichtlich ursache und wirkung. auf der pers wie auch auf der ebene der aids hilfen bzw der oganisationen - der stellen die sich mit hiv beschäftigen. die tendenz geht in richtung - repressalien. die bemühung diese tendenz zu minimieren kann nur dann erfolgen wenn glaubwürdige bemühungen zu verzeichnen sind das nur durch aktives verantwortungsbewußtes handeln eine veränderung erreicht werden kann. und da sehe ich wenig.

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US
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BeitragVerfasst am: 29.07.2007, 23:49    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

ich bin extrem unbeherrscht wenn ich DIESE Art von Forderungen sehe. Noch schlimmer, da sie von der DAH offensichtlich noch unterstützt werden.

Natürlich kann man der Welt erzählen, dass es der Welt viel besser ginge wenn man die Uhren nach links anstatt in die richtige Richtung laufen lässt. Man kann auch erzählen, dass, wenn es nicht regnet, man nicht nass wird. Man kann auch die Wahrheit(en) der Welt so darstellen, wie man sie gerne sehen möchte. Und genau so, kann man Statistiken so auslegen, dass sie dem eigenen Gewissen gefällig sind.

Aber gerade weil es so ist, sollten die Menschen Augen und Ohren offen halten und sich nicht von "gefälligen Worten" blenden lassen.

Oder besser.:
Persönlich schimpfe ich nicht gegen ungewollte oder leicht fahrlässige Infektionen. Ich schimpfe und kämpfe gegen absichtliches und grob fahrlässiges Infizieren (Pozzen) bei (meistens) zufälligen Begegnungen.
Muss es denn unbedingt sein BareBack-Parties zu organisieren?
Muss es denn sein, dass man sich - mit welcher Geschlechtskrankheit auch immer - bei einem zufälligen Treffen infizieren muss?
Muss denn - besonders bei zufälligen Begegnungen - ohne Gummi sein?

Irgendwas tickt da falsch!
Die Aufforderung müsste NICHT sein: "Aber bitte mit Gummi". Dies MUSS selbstverständlich sein!

Also mal einen Appell an alle Positiven:
- Sorg dafür, dass weniger unsafe Sex praktiziert wird.
- Sorgt dafür, dass Safer Sex ganz selbstverständlich ist.
- Geht als Beispiel voraus.
- Sagt laut und deutlich im Darkroom "Gummi hast du drauf?"
- Zeigt allen, Safe ist Cool, Unsafe ist Tödlich.

Und diskriminiert werden irgendwann die unverantwortlichen und kriminellen, die sich und unschuldige bewusst in Gefahr bringen und dann groß nach Toleranz schreien und auf Kosten der Gesellschaft - für ihr eigenen, persönlichen Spaß - leben wollen und unser soziales System in Gefahr bringen.
Ich, als HIV negativer, fühl mich diskriminiert. Ich darf nicht auf Kosten des Staates, mit deinem Behinderten Ausweiß, die xxx-Party in Köln, Berlin oder sonstwo besuchen.

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Bernd
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BeitragVerfasst am: 30.07.2007, 18:09    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Also irgendwie bin ich etwas verwundert über diese Diskussion.

Wie ich an anderer Stelle im Forum schon mal angemerkt habe, geht es bei Prävention ja nicht darum, jede nur denkbare Neuinfektion zu verhindern, sondern die Zahl der vermeidbaren so weit wie möglich zu reduzieren.

Wie bei allen anderen Infektionserkrankungen auch, läßt sie die Zahl der Neuinfektionen nur, wenn eine hochgradig protektive Schutzimpfung vorhanden ist, auf Null reduzieren (und, wie man am Beispiel der Pocken gut sehen kann, dauert dass selbst dann mehrere Jahrzehnte).

Wie man ebenfalls bei allen Infektionserkrankungen sehen kann, muss jede Gesellschaft mit einem Plateau an Neuinfektionen leben (lernen). Die BzGA äußert sich mittlerweile auch öffentlich dazu und gibt eine Zahl von 2.000 Neuinfektionen pro Jahr als Plateau an. Darunter zu kommen, kostet nicht nur immense materielle, sondern auch immense immaterielle Kosten, die gesamtgesellschaftlich hochgradig unproduktiv und nicht wünschenswert sind.

Was ich wirklich nicht mehr nachvollziehen kann, ist die Reduktion in der Prävention (bzw. der Form von Prävention, wie sie hier von einigen Nutzern gesehen wird) auf das Verwenden eines Kondoms.

Das scheint mir dann doch gelegentlich quasireligösen Charakter zu haben.

Das Gummi war in den 1980er und 90er Jahren das einzige Mittel zur Verhinderung von Neuinfektioinen (sieht man mal von Abstinenz und ähnlichen Methoden ab). Zwischenzeitlich sind aufgrund der wissenschaftlichen Erkenntnisse aber einige weitere Methoden hinzugekommen - und es werden noch weitere und hoffentlich effektivere hinzukommen.

Wieso ist es so schwer, in dem Diskurs über Prävention, das leidenschaftslos zur Kenntnis zu nehmen? Argumente wie: das muss doch normal sein/werden, ein Gummi zu verwenden, sind doch in sich nichts anderes, als der Versuch, Sexualität zu normieren.

Was sprich unter epidemiologischen Gesichtspunkten dagegen, auch Präventionstechnologien oder -methoden einzusetzen, die weniger lustleindlich oder störend sind, wenn sie effektiv sind? Wohl gemerkt, es geht ja nun wirklich nicht darum, das Gummi "abzuschaffen", sondern die Handlungsmöglichkeiten zu erweitern.

Zu der Frage nach Infektiösität bei einer Viruslast unter der Nachweisgrenze: Auch hier wäre der Blick in die Infektiologie im Diskurs hilfreich. Beispielsweise die Tuberkulose (eine Infektionskrankheit, gegen die man sich nicht schützen kann). Hier ist gut bekannt, ab welchem Zeitpunkt unter Therapie ein Tb-Kranker nicht mehr isoliert werden muss. Wobei bei der Festlegung dieses Zeitpunktes X eine Abwägung zwischen der Gefährdung der "Öffentlichen Gesundheit" (sprich Ansteckungsgefahr) und der Schwere des Eingriff in die Persönlichkeitsrechte (sprich Isolation) erfolgt, die keineswegs auf einem 100%igen Sicherheit vor einer Ansteckung basiert. Es verbleibt also ein - minimales - Restrisiko zuungunsten der "Öffentlichen Gesundheit".

Wieso wird bei HIV häufig mit 100% argumentiert? Wobei leider völlig außer Acht gelassen wird, dass ein Kondom keineswegs ein 100%iger Schutz vort einer Ansteckung ist. (Was die DAH ja auch seit ewigen Zeiten mit der Differenz der Begriffe safe und safer deutlich macht.)

Ich verstehe, dass für Präventionisten die Zeiten schwieriger geworden sind. Früher konnte man sich mit der Kondom-Botschaft gut behelfen - heute wird es deutlich komplizierter und setzt bei den Präventionisten wesentlich mehr Wissen und Fähigkeiten voraus. Heute können differenzierte Botschaften gesendet werden. Ob sich daraus allerdings Plakatkampagnen stricken lassen, wage ich zu bezweifeln. Aber vielleicht ist diese Methode mittlerweile antiquiert, weil sie die Datenlage bzw. die Möglichkeiten nicht mehr angemessen widerspiegeln kann.

Anstatt am althergebrachten zu kleben, würde ich mir eine lebendige Auseinandersetzung über neue Möglichkeiten, Botschaften an die Frau/den Mann zu bringen wünschen.

Insofern würde ich mit mehr Sachverstand in dieser Auseinandersetzung wünschen und weniger Normativität.

Bernd

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BeitragVerfasst am: 01.08.2007, 19:11    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Dem alten Leitsatz emanzipatorischer Aufklärung entsprechend - „durch Wissen zur Gerechtigkeit“ - versuchen die Autoren der Erklärung vom 20. Juni, einem sozialen und politischen Phänomen mit „einer an Fakten und wissenschaftlichen Erkenntnissen orientierten, seriösen Debatte“ zu begegnen. Ich finde, Sie springen dabei ein bisschen zu kurz. Der immer wieder virulenten gesellschaftlichen Tendenzen zum repressiven Umgang mit HIV und AIDS ist mit infektiologischen und epidemiologischen Argumenten allein nicht beizukommen. Wer es gleichwohl versucht, wird früher oder später auf der Rutschbahn des allgemeinen Trends in genau den reaktionären Sumpf hineingleiten, den trocken zu legen er vorgibt.
So kann das Argument, wonach unwissend Positive durch die Drohungen des Strafrechts davon abgehalten werden, von ihrer Infektion zu erfahren und eine entsprechende Therapie zu beginnen, seinerseits repressive Konsequenzen nach sich ziehen: etwa in Form eines Zwangs zur HIV-Testung oder zur Therapie. Ausgesprochen verräterisch ist in diesem Zusammenhang Wortwahl der Erklärung, vor allem die Unterscheidung zwischen „möglicherweise hochinfektiösen HIV-Infizierten“ - nämlich die, die noch nicht getestet sind - und „wahrscheinlich nicht mehr infektiösen Positiven“ - sofern sie nämlich zu den „erfolgreich Therapierten“ gehören.
Die Behauptung, dass Repression die Prävention behindert, ist sicher zutreffend und muss mit allen möglichen fachlichen, natur-, aber vor allem sozialwissenschaftlichen Belegen untermauert werden. Gleichwohl geht es vor allem um eine politische Auseinandersetzung. Repression in Gestalt des Strafrechts, sozialer Sanktionen oder auch nur finanzieller Anreize ist - beginnend beim Wissen um die eigene Infektion über den sexuellen Umgang zwischen Positiven, Negativen und Ungetesteten bis hin zur Frage der individuellen Therapieentscheidung - immer ein Angriff auf die Menschenwürde! Sie wäre politisch auch dann zu bekämpfen, wenn sie der Prävention diente - was, nach allem was wir bisher wissen, Gott sei Dank nicht der Fall ist.

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michèle meyer
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BeitragVerfasst am: 01.08.2007, 21:07    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« Anonymous » hat folgendes geschrieben:
Sie wäre politisch auch dann zu bekämpfen, wenn sie der Prävention diente - was, nach allem was wir bisher wissen, Gott sei Dank nicht der Fall ist.


die repressive handhabung sprich anwendung des artikel 231 des schweizerischen strafgesetzbuches, der die verbreitung und die versuchte verbreitung einer gefährlichen menschlichen krankheit als ofizialdelikt ahndet, auf menschen mit hiv und aids, dient also nicht der prävention?

dass es der prävention nicht dienlich ist: einverstanden- aber ist wird genau in dem sinne angewandt und argumentiert!

deine einwände was die gefahr von zwangs-durchtestung oder zwang zur therapie angeht, und eine mögliche ent-solidarisierung untereinander ist allerdings genauer zu diskutieren.

michèle

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Dennis
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BeitragVerfasst am: 02.08.2007, 14:08    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« Bernd » hat folgendes geschrieben:
Also irgendwie bin ich etwas verwundert über diese Diskussion.

Wie ich an anderer Stelle im Forum schon mal angemerkt habe, geht es bei Prävention ja nicht darum, jede nur denkbare Neuinfektion zu verhindern, sondern die Zahl der vermeidbaren so weit wie möglich zu reduzieren.

Wie bei allen anderen Infektionserkrankungen auch, läßt sie die Zahl der Neuinfektionen nur, wenn eine hochgradig protektive Schutzimpfung vorhanden ist, auf Null reduzieren (und, wie man am Beispiel der Pocken gut sehen kann, dauert dass selbst dann mehrere Jahrzehnte).

Wie man ebenfalls bei allen Infektionserkrankungen sehen kann, muss jede Gesellschaft mit einem Plateau an Neuinfektionen leben (lernen). Die BzGA äußert sich mittlerweile auch öffentlich dazu und gibt eine Zahl von 2.000 Neuinfektionen pro Jahr als Plateau an. Darunter zu kommen, kostet nicht nur immense materielle, sondern auch immense immaterielle Kosten, die gesamtgesellschaftlich hochgradig unproduktiv und nicht wünschenswert sind.

Was ich wirklich nicht mehr nachvollziehen kann, ist die Reduktion in der Prävention (bzw. der Form von Prävention, wie sie hier von einigen Nutzern gesehen wird) auf das Verwenden eines Kondoms.

Das scheint mir dann doch gelegentlich quasireligösen Charakter zu haben.

Das Gummi war in den 1980er und 90er Jahren das einzige Mittel zur Verhinderung von Neuinfektioinen (sieht man mal von Abstinenz und ähnlichen Methoden ab). Zwischenzeitlich sind aufgrund der wissenschaftlichen Erkenntnisse aber einige weitere Methoden hinzugekommen - und es werden noch weitere und hoffentlich effektivere hinzukommen.

Wieso ist es so schwer, in dem Diskurs über Prävention, das leidenschaftslos zur Kenntnis zu nehmen? Argumente wie: das muss doch normal sein/werden, ein Gummi zu verwenden, sind doch in sich nichts anderes, als der Versuch, Sexualität zu normieren.

Was sprich unter epidemiologischen Gesichtspunkten dagegen, auch Präventionstechnologien oder -methoden einzusetzen, die weniger lustleindlich oder störend sind, wenn sie effektiv sind? Wohl gemerkt, es geht ja nun wirklich nicht darum, das Gummi "abzuschaffen", sondern die Handlungsmöglichkeiten zu erweitern.

Zu der Frage nach Infektiösität bei einer Viruslast unter der Nachweisgrenze: Auch hier wäre der Blick in die Infektiologie im Diskurs hilfreich. Beispielsweise die Tuberkulose (eine Infektionskrankheit, gegen die man sich nicht schützen kann). Hier ist gut bekannt, ab welchem Zeitpunkt unter Therapie ein Tb-Kranker nicht mehr isoliert werden muss. Wobei bei der Festlegung dieses Zeitpunktes X eine Abwägung zwischen der Gefährdung der "Öffentlichen Gesundheit" (sprich Ansteckungsgefahr) und der Schwere des Eingriff in die Persönlichkeitsrechte (sprich Isolation) erfolgt, die keineswegs auf einem 100%igen Sicherheit vor einer Ansteckung basiert. Es verbleibt also ein - minimales - Restrisiko zuungunsten der "Öffentlichen Gesundheit".

Wieso wird bei HIV häufig mit 100% argumentiert? Wobei leider völlig außer Acht gelassen wird, dass ein Kondom keineswegs ein 100%iger Schutz vort einer Ansteckung ist. (Was die DAH ja auch seit ewigen Zeiten mit der Differenz der Begriffe safe und safer deutlich macht.)

Ich verstehe, dass für Präventionisten die Zeiten schwieriger geworden sind. Früher konnte man sich mit der Kondom-Botschaft gut behelfen - heute wird es deutlich komplizierter und setzt bei den Präventionisten wesentlich mehr Wissen und Fähigkeiten voraus. Heute können differenzierte Botschaften gesendet werden. Ob sich daraus allerdings Plakatkampagnen stricken lassen, wage ich zu bezweifeln. Aber vielleicht ist diese Methode mittlerweile antiquiert, weil sie die Datenlage bzw. die Möglichkeiten nicht mehr angemessen widerspiegeln kann.

Anstatt am althergebrachten zu kleben, würde ich mir eine lebendige Auseinandersetzung über neue Möglichkeiten, Botschaften an die Frau/den Mann zu bringen wünschen.

Insofern würde ich mit mehr Sachverstand in dieser Auseinandersetzung wünschen und weniger Normativität.

Bernd


Hallo Bernd

Egal um welche Infektion es sich handelt - KEINE Infektion kann man verhindern. Insofern - auch tritt hier wieder der Aspekt " Irrglauben das Leben 100% sicher sein muß" auf den Plan. Was allerdings möglich ist - das man durch entsprechendes Verhalten das Risiko so gering iwe möglich halten kann. Die Risikominimierung - ich nenne sie mal so - beginnt und findet auf den verschiedensten Ebenen statt.

Ebenen die allen Menschen gleich sind zum Beispiel der Verstand - das Bewußtsein.

Hier ist imo ein erster Ansatzpunkt der weitaus über das HIV Spezifische hinausgeht. Solange der Mensch der Meinung ist das Leben (zu 100% sicher sein muß - zu sein hat damit es pers als Leben akzeptiert werden kann) solnage wird man gegen Mauern anrennen. Insofern ist es nicht verwunderlich das viele meinen Kondome bieten einen 100% Schutz.
Kondome sind nur ein Aspekt von vielen der was die Weitergabe bzw des sich infizierens mit dem HIVirus minimiert.

Was mit HIV immer in Verbindung gebracht wird sind vorhandene Vorurteile und Klischees. Vorhandene Ängste spielen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Ängste haben idr Ihren Ursprung im Nichtwissen. HIV und Sexualität sind untrennbar miteinander verbunden. Das sich in der Gesellschaft mit HIV immer noch das Bild einer abartigen Sexualität verbindet dürfte unbestritten sein. Auch hier ist ein Paradigmenwechsel wünschenswert. Jedoch wird dieser nicht ohne die Kirche von statten gehen; bzw dies wird von dieser Seite nicht erfolgen. Gerade das Verständnis von Homosexualität in Polen zeigt ganz klar den Einfluß der Kirche wie Homosexualität verstanden wird.

Ein weiter Aspekt ist das per Verhalten der Betroffenen. Anfangs fand ich den Slogen" Vernatwortung für sich und Andere übernehmen" etwas neben der Spur. Jedoch zeigt dieser Ansatz ganz genau auf worum es geht. Das eigene Verhalten. Für HIV Positive bedeuted das eine Reflektion ihrer gegenwärtigen Situation. Da ist zur Zeit wenig savon zu sehen. Nicht umsonst ist die höchste Rate von Neuinfektionen innerhalb der GAy Kommunity zu finden. Es ist ein Negativer das sich den Virus von einem Positiven holt. Hier liegt der Ansaztpunkt. Wieso kommt es das ein Positiver den Virus weitergeben kann vice versa - wieso kommt esa das ein Negativer sich diesen Virus von einem Positiven holen kann?

Das wäre eine weitere Ebene wo man ansetzen kann.

Was die Frage nach Infektiösität bei einer Viruslast unter der Nachweisgrenze betrifft - das ist und bleibt imo ein Thema das mit der Bewertung von HIV <-> Sexualität steht und fällt. Allerdings ist dies mehr als ein zweischneidiges Schwert da diese Thematik - dieses FAchwissen nur innerhalb der FAchleute kommuniziert und verstanden wird. Bei Herrn und Frau Mustermann von Nebenan wird dies nur Unverständnic hervorrufen. Abgesehen dasvon das ein berufen auf die geringe Infektiösität unter der Nachweisgrenzen unter Positiven UND Negativen eine: "Na wenn das so ist ab dafür" noch unbedachteres Verhalten auslösen kann. Relativiere eine Gefahr und viele werden sie als nicht existent oder als gelöst verstehen. Das beste Beispiel ist das merkwürdigerweise ein großes Miß-Verständnis von "Medis die HIV heilen" in vielen Köpfen präsent ist.

Die Politik - die Öffentlichkeit reagiert mit Repressiven Maßnahmen wie Österreich und die Schweiz beweisen. Dem ist nur entgegenzusteuern wenn wir - die Betroffenen HIV öffentlich derart präsent machen das wieder eine Auseinandesetzung mit HIV stattfindet. Und genau das hat in den letzten JAhren nicht stattgefunden. Ich wage zu behaupten das - würde es Act Up heute noch geben der Tenor in Deutschland ein völlig anderer wäre als der Ruf nach " Erfassung und weiterer möglichen zwänge.

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michèle meyer
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BeitragVerfasst am: 02.08.2007, 14:40    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Was die Frage nach Infektiösität bei einer Viruslast unter der Nachweisgrenze betrifft - das ist und bleibt imo ein Thema das mit der Bewertung von HIV <-> Sexualität steht und fällt. Allerdings ist dies mehr als ein zweischneidiges Schwert da diese Thematik - dieses FAchwissen nur innerhalb der FAchleute kommuniziert und verstanden wird. Bei Herrn und Frau Mustermann von Nebenan wird dies nur Unverständnic hervorrufen. Abgesehen dasvon das ein berufen auf die geringe Infektiösität unter der Nachweisgrenzen unter Positiven UND Negativen eine: "Na wenn das so ist ab dafür" noch unbedachteres Verhalten auslösen kann. Relativiere eine Gefahr und viele werden sie als nicht existent oder als gelöst verstehen. Das beste Beispiel ist das merkwürdigerweise ein großes Miß-Verständnis von "Medis die HIV heilen" in vielen Köpfen präsent ist.

dennis,
ich behaupte das Gegenteil:

Gerade die Taktik des ungenauen Informierens und es Vorenthaltens hat zu mehr Neu-Ansteckungen geführt.
Es ist ja nicht so, dass die Informationen derart geheim sind, dass mann und frau sie nicht finden könnte.
Aber: sie wurden nicht kohärent kommuniziert und sind so im Wildwuchs seit Jahren unterwegs.
Das Volk für zu dumm erklären und gleichzeitig aufklären wollen ist ein kompletter Widerspruch und der wird seit Anfang an gefahren.

Spätestens seit Kant sollte mit Aufklärung etwas anderes verbunden werden.
und da ärgert mich dann die Schuldzuweisungen an Positive oder im speziellen an Homosexuelle, sei es aus den eigenen Reihen und erst Recht vom Bundesamt für Gesundheit (und anderen Staatsvertretern) oder Aids-Hilfen, ungemein.

liebe Grüsse
Michèle

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BeitragVerfasst am: 02.08.2007, 16:13    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Gerade die Taktik des ungenauen Informierens und es Vorenthaltens hat zu mehr Neu-Ansteckungen geführt.

hallo michèle

im prinzip gebe ich dir recht - aber . . . .

du bist informiert - ich bin es. mit anderen worten. wir sind wieder beim thema verantwortung für sich selbst gelandet.

um es mal kraß zu sagen.

wenn man nicht selbst seinen arsch in bewegung setzt braucht man sich hinter nicht zu wundern wen das eine oder andere in die hose gegangen ist.

diese ewige erwartungshaltung - anspruchshaltung das "da da schon jemand ist - sein müsse der einen die informatioen vor den arsch" trägt finde ich ehrlich gesagt zum kotzen. Wink

der gemeine positive - schwule - der gemeine mensch setzt himmel und hölle in bewegung und besorgt sich infos wo die geilste location für die befriedigung seines fun faktors ist.

aber wenn s um hiv geht da iwird er auf einmal starr wie ne salzsäule

no mam nich mit mir.

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michèle meyer
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BeitragVerfasst am: 02.08.2007, 16:28    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

der gemeine positive - schwule - der gemeine mensch setzt himmel und hölle in bewegung und besorgt sich infos wo die geilste location für die befriedigung seines fun faktors ist

der gemeine positive schwule? ahja.

Was mit HIV immer in Verbindung gebracht wird sind vorhandene Vorurteile und Klischees. Vorhandene Ängste spielen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Ängste haben idr Ihren Ursprung im Nichtwissen. HIV und Sexualität sind untrennbar miteinander verbunden. Das sich in der Gesellschaft mit HIV immer noch das Bild einer abartigen Sexualität verbindet dürfte unbestritten sein. Auch hier ist ein Paradigmenwechsel wünschenswert

muss ich noch kommentieren? unaufgeklärt, homophob ?

wir sind wieder beim thema verantwortung für sich selbst gelandet. um es mal kraß zu sagen.
wenn man nicht selbst seinen arsch in bewegung setzt braucht man sich hinter nicht zu wundern wen das eine oder andere in die hose gegangen ist.


vielleicht dies: du schreibst zwar verantwortung, ich unterstelle dir aber, dass du schuld meinst und genau da liegt ein knackpunkt.

da wären wir dann auch wieder beim thema: repression und prävention. repressive massnahmen gründen wohl eher auf den schuld- als auf den verantwortungsgedanken.

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Dennis
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BeitragVerfasst am: 02.08.2007, 20:22    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

der gemeine positive - der gemeine schwule - der gemeine mensch setzt himmel und hölle in bewegung und besorgt sich infos wo die geilste location für die befriedigung seines fun faktors ist

der gemeine positive schwule? ahja.


nix aha. der ausdruck " der gemeine schwule, mensch, positive " ist eine altdeutsche redensart die nichts weiter besagt als der mensch im allgemeinen., der schwule im allgemeinen der positive im allgemeinen. damit ist jeder nesch - schwule - positv eetc gemeint.

Was mit HIV immer in Verbindung gebracht wird sind vorhandene Vorurteile und Klischees. Vorhandene Ängste spielen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Ängste haben idr Ihren Ursprung im Nichtwissen. HIV und Sexualität sind untrennbar miteinander verbunden. Das sich in der Gesellschaft mit HIV immer noch das Bild einer abartigen Sexualität verbindet dürfte unbestritten sein. Auch hier ist ein Paradigmenwechsel wünschenswert

muss ich noch kommentieren? unaufgeklärt, homophob ?

wer? ich? mit sicherheit nicht
die gesellschaft? da geb ich dir recht.


wir sind wieder beim thema verantwortung für sich selbst gelandet. um es mal kraß zu sagen.
wenn man nicht selbst seinen arsch in bewegung setzt braucht man sich hinter nicht zu wundern wen das eine oder andere in die hose gegangen ist.


vielleicht dies: du schreibst zwar verantwortung, ich unterstelle dir aber, dass du schuld meinst und genau da liegt ein knackpunkt.

wie du sagst - du unterstellst. geh doch einfach mal davon aus was da steht - was ich geschrieben habe.

da wären wir dann auch wieder beim thema: repression und prävention. repressive massnahmen gründen wohl eher auf den schuld- als auf den verantwortungsgedanken

siehst du michèle. genau diese grabenkäpfe weil da jemand was anderes versteht was nicht da steht bzw einem die basics fehlen führen dazu das im ende alles im sande zerläuft und nichts passiert.

du führst KANT an. wie vielee menschen meinst kennen KANT? und wenige haben ihn gelsen - verstehn was sie gelesen haben?wenn das die basis für eine diskussion sein soll - dann gute nacht marie. das ist intellektuelles gedöns das niemand außer ein paar wenigen versteht. diejenigen jedoch die du und ich erreichen wollen sind john doe, max müller - herr und frau jedermann. deine und auch meine absicht ist es verstanden und als mensch akzeptiert zu werden - als menschen die positiv sind. auf der ebene wird es jedoch nie passieren. wenn wir - wenn man sich nicht auf die ebene des normalen menschen begibt - ihn dort abholt wo er steht dann wird sich nie etwas ändern. auch oder ganz besonders was die thematik hiv betrifft.

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michèle meyer
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Anmeldungsdatum: 28.01.2007
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BeitragVerfasst am: 02.08.2007, 21:36    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

lieber dennis

dass der gemeine = allgemein meint, soweit kann ich folgen,
und dass du gerade alle über eine kante schlägst, auch.

ich stelle (nur) fest, dass das urteilen, verallgemeinern und schuldzuweisen
( er-innert irgendwie an die denverprinciples...don't blame, don't scapegoat, don't generalize) nicht nur gesellschaftsfähig und tragender boden der präventionsarbeit - nämlich in der gesetzlichen verankerung, dem public-health-interesse z.B.- sind, sondern unschwer auch unter "uns" zu erkennen ist!

das wäre verdammt ein ansatzpunkt um herauszufinden warum erstens prävention NICHT nur erfolgreich ist, ab und an sehr diskriminierend und stigmatisierend daherkommt, warum stigma und selbststigma berücksichtigt werden müssten und anderes mehr...


intellektuelles gedönse? zuviel des lobes.

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