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 Eindrücke vom AIDS-Kongress in Frankfurt 2007

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Ralf
Gast










BeitragVerfasst am: 11.07.2007, 00:39    Eindrücke vom AIDS-Kongress in Frankfurt 2007 Antworten mit ZitatNach oben

Hallo miteinander,

sehr beeindruckend und gut fand ich das Begleitprogramm in der Stadt und die Aktion mit der AIDS-Schleife, woran sich vorallem sehr viele Jugendliche beteiligt haben. In vielen Schulen wurde Projektarbeit zum Thema AIDS gemacht und sich auch mit den sozialen Aspekten der Krankheit auseinandergesetzt.

Gut fand ich ebenso, dass beim Community-Forum ein eindeutig pharmakritischer Beitrag zugelassen wurde:
Dr. Fischer von der BUKO-Pharma bzw. der Initiative unbestechlicher Ärzte und Ärztinnen zeigte die vielfältigen Methoden der Lenkung und Bestechung von Ärzten und Wissenschaftler auf. Wie sich dies konkret in der AIDS-Forschung niederschlägt, wurde allerdings mehr am Rande behandelt und wäre ein wichtiges Thema für die nächste Konferenz.

Denn, dass z. B. die Pretreat-Studie (Möglichkeiten mit Prednisolon die Zeitdauer zu verlängern, indem man bei einer HIV-Infektion noch nicht auf die ART angewiesen ist sowie Möglichkeiten, Therapiepausen zu verlängern - siehe das diesbzgl. Abstract von Dr. Ulmer, HIV-Schwerpunktpraxis Stuttgart) nicht gefördert wird und die Entwicklung einer behutsamen Frühtherapie mit niedrig dosierten, antientzündlichen Mitteln seit Jahren behindert wird, ist für mich nur dadurch erklärbar, dass Ärzte, Wissenschaftler und Betroffene, die diese Therapiekonzepte vertreten, keine kräftigen Sponsoren für größere Studien finden.

Gut fand ich Vorträge zu AIDS und Armut (Kuderna) und der Bedeutung beruflicher Reintegration (Ervan Rached, St. Gallen).

Es gibt wachsende Kritik an der geringen Förderung der AIDS-Forschung durch die Bundesregierung. Die Förderung wurde von zwischenzeitlich ca. 60 auf zuletzt noch 15 Mio. € pro Jahr zurückgefahren (Prof. Brockmeyer/Bochum). Kritisiert wird, dass es fast nur noch projektgebundene Forschung gibt, die dann mit dem Sponsoring durch die Industrie steht und fällt. Eine Grundlagenforschung ist damit kaum noch möglich.
Die Kürzung der Forschungsgelder betrifft in besonderer Weise die Impfstoff-Forschung: Pro Kopf beträgt sie in der BRD 7 Cent/Jahr, in der Schweiz 70 C, in den USA 7 € (Prof. Wolf/Regensburg).
Ich denke, diese Änderungen in der deutschen AIDS-Forschungspolitik sollten wir viel stärker und eindeutiger in der Öffentlichkeit thematisieren.

Wen es interessiert:
Vom Förderverein haben wir auf unserer Homepage www.hiv-therapie.org ausführlicher Eindrücke vom AIDS-Kongress veröffentlicht und beschrieben, welche wissenschaftliche und gesellschaftliche Aspekte für uns neu waren.

Einen lieben Gruß, Ralf

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Ralf
Gast










BeitragVerfasst am: 11.07.2007, 00:58    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Nachtrag bzw. Ergänzung:

sorry, hatte zu schnell abgeschickt: zwei Kritikpunkte will ich hier noch nennen:

negativ fand ich, dass R. Gallo in der Paulskirche die Eröffnungsrede halten durfte, obwohl seine Verstrickung in die US-Biowaffenforschung mit Retroviren (siehe z. B. den WDR-Film "AIDS - die Afrikalegende" von Heimo Claasen und Malte Rauch) eindeutig nachweisbar ist - ebenso wie seine Tricksereien und Manipulationen bei der angeblichen Erstentdeckung von HIV. Wir dürfen nicht so schnell vergessen:
Gallo bat die französische Forschergruppe um Luc Montagnier um vertrauliches Forschungsmaterial und Information. Diese hatte als erste bereits im Fe bruar 1983 im Lymphknoten eines Patienten HIV entdeckt und sandten im Juli und erneut im September 1983 ihre Zellkultur mit dem Virus an Gallo. Trotz diesem ebenso eindeutig nachweisbarem Sachverhalt bestritt dieser anderthalb Jahre lang (!) die lebenswichtigen Forschungsergebnisse der Gruppe um Montagnier. Gallo gelang es darüber hinaus, die französischen Forschungsergebnisse als minderwertige Laborarbeit verdächtig zu machen, um sie schließlich zu verschweigen und als eigene auszugeben. Dieses Verhalten von Gallo trug zur Verzögerung der Entwicklung eines Testes und damit zur Weiterverbreitung von HIV sowie zum Leiden und Sterben vieler Menschen bei.
Wirklich schade, dass es hier nur sehr wenige Buh- und Zwischenrufe in der Paulskirche gab.

Pharmakritische Organisationen wie unserem Förderverein Neue Wege in der HIV-Therapie wurde von der Kongressleitung ein Infostand verweigert. Nach welchen Kriterien hier die Kongressleitung vorgeht, sollte ebenso in der Öffentlichkeit stärker thematisiert werden.

Noch einen lieben Gruß, Ralf

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